Positive Bilanz zur Sonderlage aufgrund der Modernisierung der Alarmtechnik

Fernmeldebetriebsstelle im Feuerwehrhaus Hangelar

Fernmeldebetriebsstelle im Feuerwehrhaus Hangelar

Eine zufriedene Bilanz zieht der Leiter der Feuerwehr Sankt Augustin Stadtbrandinspektor Herbert Maur am späten Samstag Nachmittag. Der Rhein-Sieg-Kreis hatte in einer angekündigten Aktion die Alarmierungstechnik der Leitstelle modernisiert, um künftig weiterhin gut gerüstet zu sein. U. a. die Alarmierungssicherheit wird mit der neuen Technik erhöht.
Der dazu notwendige temporäre Ausfall der Alarmierungsmöglichkeit stellte die Hilfsorganisationen im Rhein-Sieg-Kreis vor eine Herausforderung, die mit einem durchdachten Konzept hervorragend gemeistert wurde. Überall im Rhein-Sieg-Kreis, also natürlich auch in Sankt Augustin, wurden sog. Sitzbereitschaften in allen Feuerwehrhäusern eingerichtet. Ab 8 Uhr morgens saßen in jedem Feuerwehrhaus mindestens neun Feuerwehrleute in Alarmbereitschaft. Die Alarmierung wäre per Telefon und Funk durchgeführt worden. Da ein Ausrücken sofort hätte erfolgen können, wäre es nicht zu Verzögerungen bei der Hilfeleistung gekommen.

In Sankt Augustin waren insgesamt 68 Feuerwehrleute in dieser Bereitschaft organisiert. Im Feuerwehrhaus Hangelar wurde eine Fernmeldebetriebsstelle, also eine Art örtliche Leitstelle, eingerichtet. Diese hätte die Einsätze von der Kreisleitstelle angenommen und dann hätte der Stab um Wehrleiter Herbert Maur entschieden, welche Einheiten wiederum per Telefon oder Funk hätten alarmiert werden müssen. Zur ersten Lagebesprechung am Samstag morgen waren auch Bürgermeister Klaus Schumacher und Feuerschutz-Dezernent Marcus Lübken sowie der Leiter des städt. Steuerungsdienstes erschienen und haben sich über die Aktion informiert.  Der Löschzug Mülldorf hatte die Aufgabe bekommen für die Verpflegung der Mannschaften zu sorgen.

Zeit für eine Stabsübung genutzt
Die Zeit der Sitzbereitschaft wurde auch in Sankt Augustin sinnvoll für eine Stabsübung genutzt. Simuliert wurde ein sog. “Massenanfall von Einsatzstellen” (MvE), also eine extreme Häufung von Einsatzstellen innerhalb einer kurzen Zeit. Dieses Szenario tritt z. B. regelmäßig bei Unwetterlagen oder Stürmen auf, wenn viele Keller voll Wasser laufen oder viele Bäume umstürzen und viele Bürgerinnen und Bürger gleichzeitig die Hilfe der Feuerwehr in Anspruch nehmen müssen. Die Abläufe und die Koordination solcher Einsatzlagen und der Umgang mit der neuen Digitalfunktechnik wurden mit 48 fiktiven Einsatzstellen simuliert und abgearbeitet.

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StBI Herbert Maur

Der Leiter der Feuerwehr Herbert Maur dankt allen Einsatzkräften, die über Stunden in der Sitzubereitschaft den Brandschutz in Sankt Augustin sichergestellt haben. Normalerweise sind die Feuerwehrhäuser ja nicht besetzt, sondern es erfolgt eine Alarmierung über Piepser und bei besonderen Einsätzen auch über die Sirenen. Dass zudem die Übung so reibungslos und gut funktionierte ist ebenfalls positiv zu bewerten, denn diese Übungen steigern die Routine bei echten Einsatzlagen und sorgen dafür, dass noch schneller und effizienter geholfen werden kann.

Kein echter Einsatz für die Feuerwehr am Samstag
Um 16:15 Uhr konnten die Arbeiten durch den Rhein-Sieg-Kreis abgeschlossen werden. Nach diversen Probealarmen konnte festgestellt werden, dass die neuen Systeme reibungslos laufen. Die Sitzbereitschaften konnten aufgehoben werden. Einen echten Einsatz für die Freiwillige Feuerwehr Sankt Augustin gab es nicht.