Feuerwehr bereitet sich auf Belegung der künftigen Flüchtlingsunterkunft vor

Der Einsatzleiter und der Einheitsführer der Löschgruppe Hangelar besprechen die Lage

Der Einsatzleiter und der Einheitsführer der Löschgruppe Hangelar besprechen die Lage

In einigen Wochen wird in der ehemaligen Medienzentrale der Bundeswehr an der Alten Heerstraße eine sogenannte Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Flüchtlinge durch die Bezirksregierung Köln in Betrieb genommen. 500 bis 800 Flüchtlinge wird die Einrichtung dann aufnehmen.

Für den Notfall gewappnet sein muss dann natürlich auch die örtliche Freiwillige Feuerwehr. Am Mittwoch den 23.09.2015 wurde daher durch den Leiter der Feuerwehr eine Alarm-Übung angesetzt. Ziel war es ein vorher erstelltes objektbezogenes Einsatzkonzept in der Praxis zu erproben. Als Zeitpunkt wurde bewusst ein Vormittag in einer regulären Arbeitswoche ausgesucht. Eingeweiht über die Alarm-Übung waren nur die Leitung der Feuerwehr, die Stadtverwaltung sowie die Polizei und der mitwirkende Rettungsdienst. Die Kameradinnen und Kameraden der Löschzüge und –gruppen waren im Vorfeld nicht informiert worden.

Die Übung sollte insbesondere folgende Fragen beantworten: Reichen die im Einsatzkonzept vorgesehenen Kräfte aus? Sind Bereitstellungsraum für Feuerwehreinheiten sinnvoll angeordnet? Funktioniert die Kommunikation und Absprache zwischen den Einheiten? Gibt es örtliche Besonderheiten zu beachten? Vorrangig war hier also nicht die feuerwehrtechnische Ausbildung der Kameradinnen und Kameraden, sondern die praktische Erprobung des Konzeptes.

Pünktlich um 10 Uhr erfolgte dann die Alarmierung durch die Feuer- und Rettungsleitstelle des Rhein-Sieg-Kreises nach dem Stichwort B4-BMA. Das bedeutet ein größerer Brand in einem Gebäude – gemeldet durch eine Brandmeldeanlage. Alarmiert wurden die Löschgruppen aus Hangelar und Niederpleis sowie die Löschzüge Menden und Mülldorf. Wenige Minuten nach der Alarmierung rückten dann auch schon die ersten Fahrzeuge vor.

Als Übungszenario wurde angenommen, dass es im Gebäude brennt und eine starke Rauchentwicklung vorherrscht. Die untergebrachten Flüchtlinge sind bereits evakuiert worden, jedoch wird nach Aussagen des Hausmeisters ein Angestellter im Erdgeschoss des Gebäudes vermisst.

Der Rettungsdienst übernimmt den Patienten von der Feuerwehr

Der Rettungsdienst übernimmt den Patienten von der Feuerwehr

Zwei Trupps unter Atemschutz werden daraufhin ins Gebäude zur Personensuche mit einem C-Rohr geschickt. Praktisch: Die ehem. Medienzentrale verfügt im Inneren über Wandhydranten, so dass eine Wasserentnahme im Gebäude möglich ist. Es galt im Erdgeschoss ca. 1000 qm nach der vermissten Person abzusuchen. In einem Zimmer konnte die Person schließlich gefunden werden. Weitere Trupps unter Atemschutz unterstützten die Kameraden im Gebäude bei der Menschenrettung. Vor der Eingangstüre wurde die gerettete Person (eine Übungspuppe mit 85kg Lebendgewicht) an den Rettungsdienst übergeben.

Die Trupps kehren nach dem Einsatz zu den Einsatzfahrzeugen zurück

Die Trupps kehren nach dem Einsatz zu den Einsatzfahrzeugen zurück

Der Leiter der Feuerwehr konnte in einer Schlussbesprechung vor Ort als erstes Fazit feststellen, dass die Ziele der Übung erreicht wurden. Er zeigte sich sehr erfreut, dass zu dieser Tageszeit 60 Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr „im Einsatz“ waren – eine stolze Zahl bei der zu berücksichtigen ist, dass die Löschgruppen aus Meindorf und Buisdorf nicht an der Übung teilgenommen haben, sondern für den Grundschutz in Sankt Augustin bereit standen.

An der Schlussbesprechung durfte auch die Presse teilnehmen, wie man am WDR-Kameramann sehen kann.

An der Schlussbesprechung durfte auch die Presse teilnehmen, wie man am WDR-Kameramann sehen kann.

Die Zentrale Unterbringungseinrichtung wird in Betrieb gehen, sobald die Genehmigung für die Umbaumaßnahmen durch die Bauordnungsbehörde erteilt wurden und die Umbauten durchgeführt wurden. Wichtig zu wissen ist, dass die Vorbereitung der Feuerwehr auf den Betrieb der Einrichtung nicht in Zusammenhang mit dem vorbeugenden Brandschutz steht. Die Übung hatte auch das Ziel sich mit den Gegebenheiten vertraut zu machen.

„Wir hoffen, dass möglichst keine Notfälle oder Brände in der künftigen Einrichtung passieren werden, aber sind nun perfekt vorbereitet“, resümiert der Leiter der Feuerwehr Herbert Maur. Vor der eigentlichen Inbetriebnahme soll es nach erfolgtem Umbau noch einen Informationsbesuch durch die Feuerwehr geben, damit sie genau weiß, in welcher Weise die Räumlichkeiten umgebaut wurden.

Beobachtet wurde die Übung übrigens durch den Kreisbrandmeister Dirk Engstenberg, den Dezernenten der Stadt Sankt Augustin Marcus Lübken sowie Beamte der Polizei. Während der Übung wurde zudem – wie im Ernstfall auch vorgesehen – der Krisenstab der Stadtverwaltung Sankt Augustin besetzt. Im Rahmen der Übung hatte dieser jedoch keine Maßnahmen einleiten müssen.

Für Fragen zur Zentralen Unterbringungseinrichtung hat die Stadt Sankt Augustin eine Informationsseite ins Netz gestellt.
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